Staufen, 11.02.2026 (lifePR) – Alte Klänge neu gehört: Der neue Kurs AlpenJutz in der BDB-Musikakademie Staufen verband Jodelgesang und Alphornspiel zu einer intensiven Begegnung mit ursprünglicher alpiner Klangkultur. Getragen von musikalischer Tiefenschärfe, handwerklicher Präzision und dem gemeinsamen Ziel, eine traditionsreiche Klangwelt authentisch weiterzugeben, erlebten die Teilnehmenden unter der Leitung Schweizer Koryphäen intensive und musikalisch bereichernde Tage.
Im Februar verwandelte sich die neue Musikakademie des Bundes Deutscher Blasmusikverbände (BDB) in Staufen in einen lebendigen Resonanzraum alpiner Klangkultur. Mit den Bildungswochen AlpenJutz wurde dort eine ebenso ambitionierte wie seltene Idee realisiert: die bewusste Verbindung von Jodelgesang und Alphornspiel als musikalische Einheit – jenseits folkloristischer Klischees und nahe an ihren ursprünglichen Wurzeln.
Unter der fachkundigen Leitung der Schweizer Kursleiterinnen Andrea und Hany Küttel (Jodelgesang und Jutz) sowie des Alphornspezialisten Armin Imlig kamen engagierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen. In intensiven Probenphasen arbeiteten Sänger und Alphornbläser gemeinsam an einer Klangsprache, die sich dezidiert an der traditionellen Naturtonwelt orientiert.
Im Zentrum des Seminars stand dabei ein musikalisches Grundsatzthema: die Naturtonreihe. „Tradition bedeutet im ursprünglichen Sinn des lateinischen tradere das Weitergeben“, erläuterte Kursleiter Armin Imlig. „Das setzt zwingend die Kenntnis von Ursprung und musikalischen Wurzeln voraus.“ Gerade das Alphorn mit seiner konischen, geschwungenen Holzform eröffne einen direkten Zugang zu archaischen Klangräumen – zu Tönen, die sich nicht an der heute üblichen wohltemperierten Stimmung orientieren, sondern an den physikalischen Gesetzmäßigkeiten des Naturtons.
Genau hier setzte AlpenJutz an. Während moderne Begleitinstrumente wie Akkordeon, Keyboard oder Klavier den Jodelgesang häufig in das Korsett temperierter Stimmungen einbinden, zeigte das Seminar auf, wie stark viele Jutz- und Jodelmelodien ursprünglich von den Intervallen der Naturtonreihe geprägt sind – und wie viel Ausdruckskraft darin liegt, diese wieder bewusst hör- und singbar zu machen. Für viele Teilnehmende bedeutete dies ein Umdenken: Weg von technisch perfekter Anpassung, hin zu klanglicher Authentizität.
Neben der tonalen Arbeit spielte auch die motivbetonte Interpretation eine zentrale Rolle – ein weiteres verbindendes Element von traditionellem Jodel- und Alphornspiel. Besonders Teilnehmende ohne Vorerfahrung im Jodeln profitierten von der einfühlsamen und präzisen Vermittlung durch Andrea und Hany Küttel, die Technik, Klangvorstellung und musikalischen Ausdruck gleichermaßen in den Fokus rückten.
Wie eindrucksvoll diese Arbeit Früchte trug, zeigte sich beim offenen Werkstattkonzert im Bach-Saal der Musikakademie. Zahlreiche Besucher erlebten dort Alphorn- und Jodelvorträge – solistisch wie im Zusammenspiel – ergänzt durch kenntnisreiche Erläuterungen von Armin Imlig. Das Ergebnis war ein ebenso intensives wie seltenes Klangerlebnis, das das Publikum spürbar berührte und begeisterte.
Auch für die Teilnehmenden selbst wurde die Seminarwoche zu einer nachhaltigen musikalischen Bereicherung. AlpenJutz 2026 erwies sich als mehr als ein Kurs: als klingende Auseinandersetzung mit musikalischem Erbe, als Labor für authentischen Ausdruck – und als überzeugendes Plädoyer dafür, Tradition nicht nur zu bewahren, sondern bewusst weiterzuentwickeln.
AlpenJutz 2027: Save the DateDie zweite Auflage der Bildungswoche AlpenJutz ist in der BDB-Musikakademie bereits in Planung. 2027 findet der Kurs vom 15. bis 18. Februar 2027 statt. www.bdb-online.de/kurse