Köln, 20.07.2026 (lifePR) – 2025 prägten neue Aufgaben und Methoden das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Mit der 2024 in Kraft getretenen Krankenhausreform hatte das IQWiG die neue Aufgabe erhalten, wissenschaftliche Empfehlungen für Mindestvorhaltezahlen für Leistungsgruppen in der Krankenhausversorgung zu erstellen. Dafür erarbeitete das Institut 2025 die nötige Methodik und erprobte neue Beteiligungsformate wie Workshops und Webinare.

Zudem entwickelte das Institut neue methodische Ansätze, um den Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und Qualität auch bei seltenen Eingriffen und Erkrankungen systematisch bewerten zu können, wenn direkte Evidenz fehlt. Auf Basis solcher Bewertungen entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) über mögliche Mindestmengen für die Erbringung komplexer Krankenhausbehandlungen.

Ein weiterer Schwerpunkt 2025 war die erste komplett eigenständig durchgeführte Modellierung zu einer Screening-Fragestellung. Am Beispiel des Darmkrebs-Screenings verglich das Institut mithilfe entscheidungsanalytischer Modelle verschiedene Strategien für Beginn und Intervalle des Screenings, wenn randomisierte Studien fehlen. Ziel solcher Modellierungen ist es, die möglichen Folgen verschiedener Screeningszenarien, z. B. unterschiedliche Zeiträume zwischen Screeninguntersuchungen, darzustellen und damit Entscheidungen des G-BA zu unterstützen.

Im Bereich Gesundheitsinformation startete das IQWiG zwei Sonderprojekte, die sich an Menschen mit Migrationserfahrung und andere schwer erreichbare Gruppen richten. Dies soll neue Wege zur Nutzung evidenzbasierter Gesundheitsinformationen für diese Gruppen eröffnen.

Von großer strategischer Bedeutung für das Institut war der Start der europäischen Nutzenbewertung (EU-HTA) von Arzneimitteln. Seit Januar 2025 werden onkologische Arzneimittel und neuartige Therapien in der EU gemeinsam bewertet. Die Ergebnisse können von den Mitgliedstaaten für nationale Entscheidungen genutzt werden. Das IQWiG wirkt als Agentur an mehreren Joint Clinical Assessments mit und hat seine methodische Expertise im Vorfeld in vielen Workshops und Arbeitsgruppen eingebracht

Der Jahresbericht 2025 erscheint erneut im digitalen Format. Dazu gehört auch der audiobasierte Jahresrückblick mit Institutsleiter Thomas Kaiser und seiner Stellvertreterin Michaela Eikermann zum Einstieg.

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