Sassnitz, 21.08.2026 (lifePR) – Die inklusive Regatta im Stadthafen Sassnitz ist am Donnerstagabend zu Ende gegangen. Nach drei Tagen und 32 Wettfahrten gewinnt das SALTO SAILING Team Norway mit 19,4 Punkten. Zweiter wurde das Bat Sailing Team mit 20,7 Punkten, Dritter das BYC Inklusions Team des Bayerischen Yacht-Clubs vom Starnberger See mit 26,2 Punkten – nur zwei Zehntel vor den viertplatzierten Waveboys.
Gesegelt wurde vom 18. bis 20. August parallel zum ROCKWOOL Germany Sail Grand Prix: 15 Crews aus Belgien, Deutschland, Norwegen und Tschechien, jede inklusiv besetzt. Menschen mit und ohne Behinderung in denselben Booten, nach denselben Regeln, im direkten Wettbewerb – auf acht barrierefreien Booten der Klasse RS Venture Connect. Die Regatta war zugleich der zweite Spieltag des Heinz Kettler Cups.
Neben dem sportlichen Ergebnis bleibt von diesen drei Tagen noch etwas anderes: eine Spende über 2.000 Euro an Kinderlachen 009 Rügen e.V. – und Begleitfahrten, bei denen rollstuhlfahrende Gäste aus Sassnitz, Binz und der Region direkt aus dem Rollstuhl an Bord gehen können.
Die Ergebnisse
Die Ergebnisse verlas Andreas Schorr von der Wettfahrtleitung. Ausgezeichnet wurden die Plätze eins bis vier:
1 SALTO SAILING Team Norway 19,41
Stian Kristiansen und Elliot Finnestrand
2 Bat Sailing Team 20,7
Christina Schober und Saskia Gense
3 BYC Inklusions Team 26,2
Christian Bittner und Nina Gumbel · Bayerischer Yacht-Club vom Starnberger See
4 Waveboys 26,4
Calle Sibbert und Hans Nee
Spannender hätte es kaum ausgehen können: Zwischen dem Sieger und dem Zweiten lagen am Ende 1,3 Punkte, zwischen Platz drei und Platz vier zwei Zehntel. Das BYC Inklusions Team hatte den Auftakttag noch mit vier Siegen aus vier Wettfahrten angeführt – ein Frühstart und eine nicht gesegelte Wettfahrt warfen das Team im Verlauf der Serie zurück.
Gewertet wurde nach dem Low-Point-System: Wer die wenigsten Punkte hat, gewinnt. Vollständige Ergebnisliste bei manage2sail
Vier Sondermedaillen
Zusätzlich zu den Platzierungen wurden vier Sondermedaillen vergeben: an Tim Krieglstein (CEO), Anne van der Weereld (Teammanagerin) und Thomas Riedel (Gesellschafter und Gründer) vom Germany SailGP Team sowie an Stefanie Drese, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Sport des Landes Mecklenburg-Vorpommern und Schirmherrin der Regatta.
Ausgezeichnet wurden sie für besondere Verdienste um das inklusive Segeln: Sie bauen Barrieren ab, verschaffen dem inklusiven Segeln Sichtbarkeit – und dass es die inklusive Regatta im Rennwochenende des SailGP überhaupt gibt, ist maßgeblich ihnen zu verdanken. Sie gehören zu den Initiatoren dieses Formats und tragen es seither mit.
Drei Tage in Zahlen
3 Regattatage, 18. bis 20. August 2026, Stadthafen Sassnitz
32 Wettfahrten insgesamt
15 Crews aus vier Nationen: Belgien, Deutschland, Norwegen, Tschechien
8 barrierefreie Boote der Klasse RS Venture Connect
50+ ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Einsatz
2.000 Euro Spende an Kinderlachen 009 Rügen e.V.
2. Auflage der inklusiven Regatta an der Seite des SailGP
Siegerehrung in der Team Base des Germany SailGP Teams
Die Siegerehrung fand am Donnerstagabend um 19 Uhr dort statt, wo tagsüber die F50-Katamarane vorbereitet werden: in der Team Base des Germany SailGP Teams presented by Deutsche Bank. Rund 100 Gäste kamen zusammen – Crews und ihre Begleitungen, Ehrenamtliche, Vertreterinnen und Vertreter der Stadt, der ausrichtenden Vereine und der Partner.
Die Schirmherrschaft über die Regatta hat Stefanie Drese übernommen, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Sport des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Sie überreichte die Preise gemeinsam mit Heiko Miraß, Parlamentarischer Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg.
„Inklusives Segeln und der SailGP in Sassnitz gehören zusammen. Das haben die vergangenen Tage eindrucksvoll bestätigt. Mich begeistert besonders, dass hier Menschen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen und Voraussetzungen gemeinsam an den Start gehen. Von der zehnjährigen sehbehinderten Sophia, die erst 2025 mit dem Segeln begonnen hat, bis zum Medaillengewinner der Europameisterschaften 2026 – alle sind Teil desselben Wettbewerbs. Die Inklusive Segelregatta im Rahmen der SailGP ist gelebte Teilhabe und zugleich ein starkes Signal für den gesamten Sport in Mecklenburg-Vorpommern.“
Stefanie Drese, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Sport des Landes Mecklenburg-Vorpommern
Die Ministerin dankte allen Beteiligten, die dieses Sporterlebnis ermöglichen.
Der Heinz Kettler Cup, dessen zweiter Spieltag in Sassnitz ausgetragen wurde, geht auf die Heinz Kettler Stiftung zurück – sie ist Namensgeberin und Gründerin der Serie. Für die Stiftung sprach Vorstand Andreas Sand.
„Beim Heinz Kettler Cup stehen Sport und Wettkampf im Mittelpunkt. Bei kräftigem Wind und zeitweise ‚Regen quer‘ haben sich alle Crews mit großem Einsatz durch die Wettfahrten gekämpft. Doch spätestens am Abend zählt vor allem das Miteinander: gemeinsam feiern, lachen und Erfahrungen teilen. Genau diese Verbindung aus sportlichem Ehrgeiz und Gemeinschaft ist echte, gelebte Inklusion im Sport.“
Andreas Sand, Vorstand der Heinz Kettler Stiftung
Mehr als Sport: 2.000 Euro für Kinderlachen 009 Rügen
Am Eröffnungsabend im Alten Kühlhaus übergab Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. eine Spende über 1.000 Euro an Kinderlachen 009 Rügen e.V. – einen Verein, der sich für kranke und bedürftige Kinder einsetzt, auf Rügen und darüber hinaus. Zwei private Spender legten spontan je 500 Euro dazu; am Ende waren es 2.000 Euro. Wie es zu dieser Begegnung kam, erzählt unsere Pressemitteilung vom 18. August.
Was weitergeht
Die Regattabegleitfahrten für Rollstuhlfahrende sind unser neues Projekt in diesem Jahr. Wer einen Rollstuhl nutzt, kommt auf der „Henk de Mol“ direkt an Bord – ohne ihn verlassen zu müssen. Gesegelt wird nicht auf einem Ausflugsboot, sondern auf einem modernen, sportlichen Segelboot, unmittelbar an der Regattabahn.
Möglich macht das der rollstuhlgerechte Umbau der „Henk de Mol“, den die Herman van Veen-Stiftung mitfinanziert hat. Ihre stellvertretende Vorsitzende Steffi Nerius – Speerwurf-Weltmeisterin 2009, Europameisterin 2006 und Olympiazweite, geboren in Bergen auf Rügen – hatte am Eröffnungsabend ein Grußwort gesprochen und ging bei den Fahrten selbst mit an Bord.
Bislang sind die Fahrten ein großer Erfolg – und für viele an Bord eine Premiere. Unter den Gästen waren auch Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf, denen das Segeln bisher verschlossen war: nicht aus Mangel an Interesse, sondern aus Mangel an Zugängen. Auf der „Henk de Mol“ erlebten sie Wind, Welle und Tempo aus nächster Nähe. Bewegende Momente gab es dabei auf allen Seiten – bei den Gästen ebenso wie bei ihren Begleitungen und Assistenzkräften und bei unserer Crew. Es sind Fahrten, die so schnell niemand vergisst.
Die Fahrten laufen noch bis zum 23. August. Anmeldungen sind über den Pressekontakt möglich.
Dass es weitergeht, unterstreicht auch das Germany SailGP Team presented by Deutsche Bank. CEO Tim Krieglstein:
„Segeln ist ein Sport, der Hürden abbaut und Menschen zusammenbringt – unabhängig von Alter, Geschlecht oder körperlichen Voraussetzungen. Für das Germany SailGP Team ist die erneute Partnerschaft mit der inklusiven Regatta im Rahmen des Heinz Kettler Deutschland Cups eine absolute Herzensangelegenheit. Was der Verein Wir sind Wir hier auf die Beine stellt, zeigt eindrucksvoll, wie Segeln auf Augenhöhe funktioniert. Wir sind stolz darauf, diesen Weg als Partner zu begleiten und den Sport gemeinsam noch zugänglicher und inklusiver zu machen.“
Tim Krieglstein, CEO Germany SailGP Team
Alle Beteiligten beabsichtigen, die inklusive Regatta auch 2027 wieder im Rahmen des SailGP auszutragen.
Dank
Unser Dank gilt der Stadt Sassnitz mit Bürgermeister Leon Kräusche und Stadtpräsident Norbert Benedict sowie dem Stadthafen Sassnitz als Gastgebern vor Ort.
Möglich gemacht haben SailGP Inklusiv 2026: das Germany SailGP Team presented by Deutsche Bank, das Land Mecklenburg-Vorpommern, der Vorpommern-Fonds, die Heinz Kettler Stiftung, die Viessmann Foundation und die Deutsche Postcode Lotterie – unterstützt von ihren Teilnehmenden. Dazu Salzbrenner Würstchen, ELLETEC und der Fleisch Großmarkt Hamburg.
Und ein besonderer Dank an die über 50 Ehrenamtlichen aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Berlin, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, die diese Veranstaltung überhaupt erst möglich gemacht haben. Ihr Einsatz ging weit über die drei Regattatage hinaus: von der Vorbereitung über Aufbau, Sicherung und Begleitung auf dem Wasser bis zum Abbau waren sie durchgehend im Einsatz.