Landsberg am Lech, 15.09.2026 (lifePR) – An Bord der Global Mercy, dem größten privaten Hospitalschiff der Welt, haben die ersten Operationen im Hafen von Tema, Ghana, begonnen. Die internationale christliche Hilfsorganisation Mercy Ships wird dort für insgesamt zehn Monate im Einsatz sein und neben direkter chirurgischer Versorgung auch Fortbildungsprogramme für einheimische Fachkräfte anbieten.
Der erste Patient, der nun an Bord operiert wurde, war Samuel, ein 59-jähriger Mechaniker aus Kumasi in der Ashanti-Region im Zentrum Ghanas. Samuel verlor im Jahr 2025 aufgrund eines Grauen Stars sein Augenlicht. Als blinder, alleinerziehender Witwer konnte er nicht mehr arbeiten, um seine fünf Kinder zu versorgen. Auch der fünfjährige Joseph konnte als einer der ersten Patienten operiert werden. Er litt bereits früh an einer Fehlstellung seiner Beine. Seine Eltern wollten ihn nicht zur Schule schicken, aus Angst, er könnte verspottet werden.
Für Mercy Ships ist es der fünfte Einsatz in dem westafrikanischen Land. Die Organisation verbindet eine langjährige Partnerschaft mit Ghana, die bereits 1991 begann. Bis Juni 2027 wird die Global Mercy nun im Hafen von Tema liegen. Während des Einsatzes rechnet Mercy Ships damit, zwischen 1.900 und 2.600 Operationen sowie zwischen 1.600 und 2.000 zahnärztliche Behandlungen durchzuführen. Durch die vollständige Finanzierung aus Spenden, sind die Behandlungen für die Patienten kostenlos.
Ghana hat im Rahmen seines Nationalen Plans für Chirurgie, Geburtshilfe und Anästhesie (NSOAP) bedeutende Maßnahmen zur Stärkung der chirurgischen Versorgung ergriffen. Viele Patienten werden jedoch nicht rechtzeitig operiert. Die Gründe dafür sind hohe Kosten, weite Wege und zu wenige Fachärzte. Nach Angaben des ghanaischen Gesundheitsdienstes herrscht im Land ein Mangel an Fachärzten. Landesweit gibt es derzeit nur etwa 200 Anästhesisten und Orthopäden sowie knapp 500 ausgebildete und praktizierende Zahnärzte.
An Bord der Global Mercy werden chirurgische Eingriffe in den Bereichen Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Kinderorthopädie, Augenchirurgie, plastisch-rekonstruktive Chirurgie sowie Allgemeinchirurgie vorgenommen.
„Die Rückkehr nach Ghana ist die Fortsetzung einer vertrauensvollen Partnerschaft“, sagte Jonathan Ziehli, Leiter für diplomatische Beziehungen bei Mercy Ships. „Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium und unseren nationalen Partnern investieren wir nicht nur in lebensverändernde Operationen für die Patienten, sondern auch in stärkere chirurgische Versorgungssysteme, von denen künftige Generationen profitieren werden.“
Damit auch nach der Abfahrt der Global Mercy im kommenden Jahr Hilfe im Land bleibt, werden die überwiegend ehrenamtlichen Crewmitglieder von Mercy Ships während des gesamten Einsatzes vor Ort mit ghanaischen Ärzten, Pflegekräften und anderen Fachkräften zusammenarbeiten. Die Organisation arbeitet zudem mit nationalen Institutionen zusammen, darunter das Ghana College of Physicians and Surgeons und das Ghana College of Nurses and Midwives.
Seit dem ersten Einsatz von Mercy Ships in Ghana im Jahr 1991 hat die Organisation in Zusammenarbeit mit der ghanaischen Regierung und nationalen Partnern 2.670 chirurgische Eingriffe und mehr als 18.120 zahnärztliche Behandlungen durchgeführt. Außerdem wurden bisher mehr als 2.920 ghanaische medizinische Fachkräfte ausgebildet.