Berlin, 15.10.2026 (lifePR) – Zur Eröffnung des 13. Kongress der DAlzG in Magdeburg rief Swen Staack, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG), die rund 700 Teilnehmenden dazu auf, in Bezug auf die politische Situation in Deutschland Haltung zu zeigen.
"Wir alle hier stehen ein für menschliche Vielfalt und Anderssein, für eine inklusive Gesellschaft, setzen uns für Schwächere ein und dafür, dass alle eine Chance auf Teilhabe bekommen. Lassen Sie uns jetzt die Ärmel hochkrempeln und Tun statt zu lamentieren, um zusammen eine positive Zukunft zu gestalten.“
Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend betonte in ihrem Videogrußwort die Bedeutung einer demenzfreundlichen Gesellschaft und dankte den Engagierten vor Ort und in den Alzheimer-Gesellschaften für ihr großes Engagement. Deren Einsatz sei „von unschätzbarem Wert.“
Petra Grimm-Benne, geschäftsführende Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt begrüßte die Teilnehmenden in Magdeburg. Sie verwies auf die Anstregnungen ihres Bundeslandes und wie zentral es sei, dass in der Demenzstrategie für Sachsen-Anhalt die Perspektive von Menschen mit Demenz und von Angehörigen direkt mit eingeflossen ist. Dass der Kongress als einzigartiger Raum für den Austausch von Menschen mit Demenz, Angehörigen, Wissenschaftlern und professionell Tätigen in dieser Stadt stattfindet, nannte sie eine besondere Gelegenheit und eine Anerkennung für die Menschen, die hier leben.Zuletzt hieß Dr. Ingo Gottschalk, Beigeordneter für Soziales, Jugend und Gesundheit der Landeshauptstadt Magdeburg die Kongressbesucher willkommen. Er unterstrich die Notwendigkeit guter Rahmenbedingungen und erreichbarer Angebote, um die Versorgung gerade zuhause und durch An- und Zugehörige zu unterstützen. „Reden und zuhören“ sei der zentrale Punkt, um den es jetzt und auch in Zukunft gehen wird.
Im Anschluss sprachen sechs Mitglieder des Beirats „Leben mit Demenz“ der DAlzG zu ihrem gemeinsamen Motto „Aufgeben ist keine Option“. Sie alle gestalten ihr Leben mit einer Demenzerkrankung sehr aktiv und es ist ihnen wichtig deutlich zu machen, was auch mit Demenz alles möglich ist. Sei es das Gründen von Gruppen zur gegenseitigen Stärkung, sei es die weitere Berufstätigkeit oder die Gestaltung einer Ausstellung. Jo Failer, der ein Buch über sein Leben mit Alzheimer geschrieben hat, erklärte: „Mir geht es nicht darum mit Alzheimer länger zu leben, aber mir geht es darum, trotz der Krankheit am Leben teilzunehmen.“ Rainer Heydenreich ergänzte „Menschen mit Demenz werden grundsätzlich unterschätzt – das ist ein geiles Gefühl!“
Über Herausforderungen und Unterstützungsangebote sprach der Pflegewissenschaftler Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Büscher in seinem Vortrag „Wenn Angehörige Pflegebedürftigkeit zuhause bewältigen“. Er machte deutlich wie wichtig es ist, sich endlich klar zu machen, dass die Pflege durch An- und Zugehörige kein Auslaufmodell ist, sondern in den letzten Jahrzehnten immer weiter wächst. Immerhin werden aktuell 86 Prozent aller Pflegebedürftigen zuhause versorgt. Büscher forderte Veränderungen bei den professionellen Unterstützungsangeboten, um eine bessere Vernetzung von professioneller und Angehörigenpflege möglich zu machen, und eine bessere Verknüpfung der ärztlichen Versorgung mit der Pflege. „Pflege ist ein wichtiges gesellschaftliches Thema, das angesichts der demografischen Entwicklung immer mehr Menschen persönlich betrifft.“
Das Eröffnungsprogramm wurde komödiantisch begleitet durch den Bauchredner Jörg Jará.
Im Rahmen des Kongresses werden noch bis Freitagabend vielfältige Themen und Ideen rund um das Leben mit Demenz präsentiert und diskutiert. Unter anderem geht es um den Einsatz von digitaler Technik und KI, um Kulturangebote für Menschen mit Demenz, um neue Wege in der Diagnostik, Behandlung und Pflege sowie um die Prävention von Demenzerkrankungen.
Veranstaltungsort:
Messe Magdeburg (Haupteingang West), Tessenowstraße 9
39114 Magdeburg
Pressebüro beim Kongress:
Raum 7.1
geöffnet ab 15. Oktober, 8:30 Uhr
Tel: 030-259 37 95 12
E-Mail: presse@deutsche-alzheimer.de
Mehr Informationen unter www.demenz-kongress.de