Berlin, 02.11.2026 (lifePR) – Vor 120 Jahren, am 3. November 1906, hielt der Frankfurter Nervenarzt Alois Alzheimer seinen Vortrag „Über eine eigenartige Erkrankung der Hirnrinde“. Er beschrieb dabei auffällige Veränderungen in den Gehirnen verstorbener Patienten. Es zeigten sich dort Ablagerungen von Plaques zwischen den Nervenzellen und sogenannte Neurofibrillenbündel innerhalb einzelner Nervenzellen. Bis heute spielt diese Entdeckung eine wichtige Rolle bei der Erforschung der Krankheitsursachen und der Behandlungsansätze für die Alzheimer-Krankheit. Doch auch 120 Jahre später ist eine Heilung der Krankheit nicht in Sicht.
„Im letzten Jahr sind zwar erste Medikamente zugelassen worden, die den Verlauf der Krankheit bei einem Teil der Betroffenen etwas verlangsamen können“, sagt Swen Staack, 1. Vorsitzender der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. „Doch damit sind wir immer noch weit davon entfernt, die Krankheit aufhalten zu können. Mut macht, dass die Forschung weitergeht und derzeit hunderte von Wirkstoffen in der Überprüfung sind.
Die Alzheimer-Krankheit ist aber sehr komplex, ihre Ursachen sind nach wie vor nicht völlig aufgeklärt. Deshalb ist es noch ein weiter Weg, bis wir ihr wirksam begegnen können. Umso wichtiger ist es, die Menschen nicht zu vergessen, die heute an der Alzheimer-Krankheit – oder einer anderen Demenzform – erkrankt sind und unsere Unterstützung benötigen.“
Alois Alzheimer ging damals zunächst davon aus, dass die Krankheit, die er entdeckt hatte, sehr selten sei und nur bei Menschen zwischen 50 und 60 Jahren auftrete. Die Erkenntnis, dass die Krankheit bei älteren und jüngeren Betroffenen die gleiche ist, setzte sich erst in den 1970er Jahren allgemein in der Medizin durch. Heute leben in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenz. Etwa zwei Drittel davon haben die Alzheimer-Krankheit, teilweise kombiniert mit anderen Demenzerkrankungen. Rund 30.000 Menschen, die mit der Alzheimer-Krankheit leben, sind unter 65 Jahre alt.
Gerade für jüngere Menschen mit Demenz und ihre Familien fehlt es vielfach noch an passenden Unterstützungsangeboten. Doch auch sonst ist es regional sehr unterschiedlich, welche Hilfen für die Betroffenen zur Verfügung stehen. Angesichts der geplanten Änderungen im Pflegeversicherungsgesetz muss außerdem davon ausgegangen werden, dass viele Angebote nicht mehr finanzierbar sein werden und wegfallen. Das bedeutet, dass die Familien noch mehr als bisher mit der Versorgung alleine gelassen werden. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft fordert daher Nachbesserungen am Gesetzentwurf, dem viele Angehörige mit großer Angst entgegensehen.Hintergrund In Deutschland leben heute etwa 1,8 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen. Mehr als zwei Drittel davon werden in der häuslichen Umgebung von Angehörigen betreut und gepflegt. Jährlich erkranken etwa 360.000 Menschen im Alter 65+ neu an einer Demenz. Ungefähr 60 Prozent davon haben eine Demenz vom Typ Alzheimer. Die Zahl der Demenzerkrankten wird bis 2050 auf bis zu 2,6 Millionen steigen, sofern kein Durchbruch in Prävention und Therapie gelingt.