Regensburg/München, 03.11.2026 (lifePR) – Wie erleben Patientinnen und Patienten ihre Rehabilitation? Und wie stark verbessert sich ihr Gesundheitszustand aus ihrer eigenen Sicht? Antworten darauf soll eine bundesweite PROMs-Erhebung von DAS REHAPORTAL liefern. PROMs steht für „Patient-Reported Outcome Measures“ und bezeichnet Behandlungsergebnisse, die von den Patientinnen und Patienten selbst berichtet werden. Ziel ist es, die Ergebnisqualität psychosomatischer Rehabilitation sichtbar und zwischen Einrichtungen vergleichbar zu machen. Auch das Zentrum für ambulante Rehabilitation (ZAR) Regensburg, Mitglied im VPKA Bayern und Teil der Nanz-medico-Gruppe, beteiligt sich daran. Insgesamt nehmen acht Zentren der Nanz medico mit psychosomatischen Fachabteilungen teil. Dr. med. Dipl.-Psych. Christian Müller, Chefarzt der Psychosomatik am ZAR Regensburg, erläutert den Nutzen der Erhebung aus Sicht der Einrichtung.
Das ZAR Regensburg bietet ganztägig ambulante Rehabilitation in den Fachbereichen Orthopädie, Kardiologie und Psychosomatik. Im psychosomatischen Bereich behandelt ein interdisziplinäres Team Menschen mit psychischen Erkrankungen. Neben der gesundheitlichen Stabilisierung steht dabei auch die Wiederherstellung der beruflichen und gesellschaftlichen Teilhabe im Mittelpunkt.
„Die PROMs-Erhebung ergänzt etablierte Qualitätsdaten um einen wichtigen Aspekt“, erklärt Dr. Christian Müller. „Sie zeigt, ob die Betroffenen selbst eine spürbare Verbesserung ihres Gesundheitszustands erleben. Gerade in der Psychosomatik ist diese Perspektive besonders wichtig, weil Behandlungserfolge von außen häufig weniger unmittelbar erkennbar sind als beispielsweise nach einer orthopädischen Rehabilitation.“
Am ZAR Regensburg sollen mindestens 50 vollständige Befragungsverläufe je untersuchtem Indikationsbereich erfasst werden. Die freiwillige Teilnahme ist weitgehend in die bestehenden Abläufe integriert. Die Befragung erfolgt bei Aufnahme und Entlassung digital und dauert jeweils etwa fünf Minuten. Erfasst werden unter anderem depressive und angstbezogene Beschwerden sowie die körperliche und psychische Lebensqualität. Über einen individuellen Zugang können die Teilnehmenden ihre Ergebnisse anschließend selbst einsehen und nachvollziehen, wie sich ihr Gesundheitszustand im Verlauf der Rehabilitation verändert hat. Die Daten werden für die wissenschaftliche Auswertung anonymisiert.
„Die bisherigen Reaktionen sind positiv“, berichtet Müller. „Viele Rehabilitandinnen und Rehabilitanden begrüßen es, ihre eigene Entwicklung noch einmal konkret dargestellt zu bekommen.“ Auch den Behandlungsteams bieten die Ergebnisse eine zusätzliche Grundlage, um Veränderungen im Rehabilitationsverlauf mit den Betroffenen zu besprechen. Welche Bedeutung gesundheitliche Fortschritte für die Betroffenen haben können, verdeutlicht Müller an einem Beispiel aus der psychosomatischen Rehabilitation: „Wir erleben Patienten, die aufgrund ihrer Erkrankung zu Beginn ihrer Reha kaum noch Hoffnung auf eine Rückkehr ins Arbeitsleben haben und eine Erwerbsminderungsrente für unausweichlich halten. Wenn sie im Verlauf der Rehabilitation feststellen, dass es ihnen wieder besser geht, gewinnen sie häufig neue Zuversicht und entwickeln Perspektiven für ihre berufliche und gesellschaftliche Teilhabe.“ Die PROMs-Erhebung könne dazu beitragen, solche gesundheitlichen Verbesserungen zusätzlich anhand der eigenen Angaben sichtbar und nachvollziehbar zu machen.
Behandlungsergebnisse vergleichbar machen
Auch für die Rehabilitationseinrichtungen selbst liefert die PROMs-Erhebung wertvolle Erkenntnisse. „Für uns ist es wichtig, unsere eigene Einschätzung der Behandlungsqualität durch die Erfahrungen der Patienten überprüfen zu können“, erklärt Müller. „Wir wollen wissen, wo unsere Konzepte besonders gut greifen und wo wir sie noch weiterentwickeln können.“
Von besonderer Bedeutung ist darüber hinaus der Vergleich zwischen den Einrichtungen. „Die Auswertung macht Unterschiede in den Behandlungsergebnissen sichtbar und schafft damit zusätzliche Transparenz“, so der Chefarzt. „Das bietet eine wichtige Orientierung – sowohl für Rehabilitationsträger wie die Deutsche Rentenversicherung als auch für Patientinnen und Patienten, die im Rahmen ihres gesetzlichen Wunsch- und Wahlrechts eine geeignete Einrichtung auswählen möchten.“ Er sieht darin zugleich eine Chance, die Leistungsfähigkeit der psychosomatischen Rehabilitation stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. „Angesichts der hohen gesellschaftlichen Bedeutung psychischer Erkrankungen ist es wichtig, den Nutzen entsprechender Behandlungsangebote durch nachvollziehbare Ergebnisse zu belegen.“ Die PROMs-Erhebung könne hierzu einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie gesundheitliche Verbesserungen aus Patientensicht systematisch dokumentiert.
Die bundesweite Erhebung, an der sich rund 50 Rehabilitationseinrichtungen beteiligen, läuft noch bis Februar 2027. Anschließend sollen die Ergebnisse wissenschaftlich ausgewertet und im REHAPORTAL veröffentlicht werden.