Frankfurt/Main, 06.11.2026 (lifePR) – Die Landesärztekammer Hessen (LÄKH) fordert die frühzeitige und verbindliche Vermittlung suchtmedizinischer Kompetenzen im Studium der Humanmedizin. Sie begrüßt deshalb auch die Beschlüsse des 130. Deutschen Ärztetages zur Stärkung der Suchtmedizin. Die anstehende Novellierung der Approbationsordnung für Ärztinnen und Ärzte bietet darüber hinaus für die stärkere Integration der Suchtmedizin eine weitere wichtige Chance. 

Jeder zehnte Mensch ist von Sucht betroffen 

"Abhängigkeitserkrankungen betreffen etwa jeden zehnten Menschen in Deutschland und stellen das Gesundheitssystem vor erhebliche Herausforderungen", sagt LÄKH-Präsident Dr. med. Edgar Pinkowski. "Ziel muss es sein, Ärztinnen und Ärzte dabei zu unterstützen, problematischen Substanzkonsum frühzeitig zu erkennen, Betroffene angemessen anzusprechen und geeignete Hilfsangebote einzuleiten." 

Dennoch erhalten beispielsweise nur 10 bis 20 Prozent der Menschen mit Alkoholabhängigkeit eine suchtspezifische Behandlung, obwohl rund 80 Prozent mindestens einmal pro Jahr eine Arztpraxis aufsuchen. Da Suchterkrankungen zahlreiche somatische und psychische Erkrankungen beeinflussen, ist suchtmedizinisches Wissen in allen Fachrichtungen relevant. 

"Neben medizinischem Fachwissen ist ein vorurteilsfreier Umgang mit Menschen mit Suchterkrankungen entscheidend", betont Pinkowski. 

Landesärztekammer Hessen fordert verbindliche Umsetzung 

Die Landesärztekammer Hessen appelliert an Bund und Länder, die notwendigen Ressourcen für Lehre und Forschung bereitzustellen. Die medizinischen Fakultäten und der Medizinische Fakultätentag sind aufgefordert, Suchtmedizin im Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin zu berücksichtigen. Dazu gehören die Einbindung relevanter Fachgebiete, praxisnahe Lehrformate mit Kontakt zu Betroffenen und die Vermittlung einer wertschätzenden, entstigmatisierenden Kommunikation.

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